Mi, 08. Sep 2010

Recht auf Satire >> Freitag, 05. Februar 10

MAULKORB

XYZ verklagt Presse

Passau/ Hamburg / Wien – „Primadonna* verklagt Presse“, berichtet neben dem Hamburger Abendblatt  auch der Wiener Kurier.

Gemeint ist eine Unterlassungsklage eines bekannten Volksmusikmoderators* (Google wirft uns dazu folgende Auswahl aus, wir lassen sie prominent präsentieren von Harald Schmidt und Stefan Raab):

*zum Beispiel Andy B B.

oder Florian S.

 oder Karl M.
 

 gegen das Passauer Lokalmagazin Bürgerblick

Der xxxxxxxxxxxxxxx Volksmusikant und XXX-Moderator hat sich zur Durchsetzung seines ungewöhnlichen Presse-Maulkorbs einen Hamburger Promi-Anwalt und das Hamburger Landgericht ausgewählt.

Die hanseatischen Richter haben seiner Klage per einstweiliger Verfügung statt gegeben und auch den Widerspruch des Journalisten abgeschmettert.

Hans im Glück versuche auf diesem Weg seinen Namen aus peinlichen Affäre herauszuhalten, schreibt die Wiener Zeitung.

Letzendlich dürfen jetzt alle über den Fall und seine Zusammenhänge berichten, nur der Bürgerblick nicht. Der gerichtliche Maulkorb kommt dem freien Journalisten nun teuer, die Niederlage ist mit mehreren tausend Euro Gerichts- und Anwaltskosten verbunden.

___________________

Falls die Rechtsanwälte vergessen haben, die vorangegangene Bildschirmansicht zu speichern, hier der Text, der vor diesem Text (siehe oben) und nach demjenigen Text eingestellt war, der die Kanzlei von Dr. Prinz zu einem erneuten Bestrafungsantrag animierte:

 Ich habe soeben, 2. Februar, 17.30 Uhr, nach Rückkehr von Terminen am Amtsgericht Passau (Prozess um Gefangenenbefreiung) und  Hauzenberg (Hungerstreik im Flüchtlingsheim) durch ein Fax der  Promi-Kanzlei Prinz aus Hamburg davon Kennntnis erhalten, dass gegen mich erneut Bestrafungsantrag beim Landgericht Hamburg eingereicht wurde, weil ich an dieser Stelle Medien zitierte, die über meinen Fall berichteten.

Vorsorglich habe ich diesen Beitrag ohne Anerkennung einer Rechtspflicht geschwärzt und ein "Bildzitat" der Berichte von Abendblatt und Kurier entfernt.

Das Schreiben der Kanzlei wird gegebenenfalls an dieser Stelle veröffentlicht.

Hubert Denk
Freier Journalist

___

Hinweis für Dr. Prinz, den Hamburger Medienanwalt, und seinen lustigen Kanzleikollegen Dr. Philippi: Natürlich haben wir beachtet, dass Schwärzen alleine nicht genügt. Man kann zwar den Internetbildschirm nicht wie Papier vors Licht halten, aber es gibt einen Trick. Die Buchstaben lassen sich aus dem Quelltext auslesen. Auch daran habe wir gedacht, denn Deutschlands beste Medienkanzlei hat sicher einen Top-Informatiker in der Beraterrunde. Er darf nun gerne Klick für Klick herausfinden, welche Buchstaben hinter den schwarzen Balken verborgen sind. 

Bis bald an einem der medienfreundlichen deutschen Landgerichte

Ihr Lieblingsblick aus Passau

 

 

 
Bitte klicken Sie unsere Werbeanzeigen