Mi, 08. Sep 2010

Brennpunkt >> Montag, 15. Februar 10

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Großeinsatz für die Feuerwehren: Zimmerbrand im zweiten Geschoss des Altenheims St. Josef von Obernzell. (Photo: Tobias Köhler für mediendenk)
BRäNDE IN PASSAU UND OBERNZELL

Feuerwehreinsatz mit Faschingsschminke

Passau/ Obernzell – Beim fröhlichen Faschingsumzug und zum schönsten Feierabend wurden die freiwilligen Feuerwehrleute am Wochenende vom Alarm überrascht: Gestern stand in Obernzell das Appartement eines Altenheims in Flammen, Freitagabend im Zentrum der Dreiflüssestadt der Keller eines Mehrfamilienhauses. Die rote Brigade funktionierte bestens – Dutzende Menschen wurden rechtzeitig evakuiert, die Brände rasch gelöscht, es gab drei Leichtverletzte.

Viele Drehleiter- und Löschfahrzeuge, manche sogar aus dem 16 Kilometer entfernten Passau, und eine Kolonne Rettungswagen raste am Sonntagnachmittag zum Klosterberg von Obernzell. Feueralarm im Altenheim St. Josef! 80 Bewohner in Gefahr. Großeinsatz.

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Der Heimbewohner, in dessen Schlafzimmer das Feuer aus bisher ungeklärter Ursache ausbrach, war aus dem Appartement geflohen und hatte die Nachbarn alarmiert. Pflegekräfte konnten die meisten betroffenen Heimbewohner in Sicherheit bringen. „Wir mussten noch vier Bewohner aus den oberen Stockwerken evakuieren, weil der Rauch durchs Treppenhaus gezogen war“, erzählt der Obernzeller Kommandant Klaus Hoier.

Zum Zeitpunkt des Alarms tobte im Ort gerade das Narrentreiben. „Wir waren mit Absperrungen beschäftigt, manche marschierten beim Umzug mit“, erzählt ein Feuerwehrmann. Wie er waren viele direkt vom Faschingsfest den Berg hochgeeilt.

Knall im Keller

Vermutlich unvorsichtige Schweißarbeiten in einem Hobbykeller und dabei entzündete Lackspraydosen lösten das Drama in einem Mehrfamilienhaus in der Neuburgerstraße aus. Die Bewohner wurden Freitag gegen 20.15 Uhr durch einen lauten Knall aufgeschreckt und entdeckten das Feuer im Keller.

Wegen der starken Rauch- und Hitzeentwicklung mussten die Feuerwehrkräfte sofort mit der Evakuierung beginnen. Die Kellerräume wurden bis zur Decke mit Löschschaum gefüllt, um den unbekannten Brandherd zu ersticken.

Es wurden 17 Menschen aus dem Haus geholt, dre von ihnen von Sanitätern wegen leichter Rauchvergiftung behandelt. Die Nacht verbrachten sechs Personen in einem Hotel, die anderen kamen bei Bekannten unter.

Das Haus wurde von der Kripo versiegelt und darf vorläufig nicht mehr betreten werden: Stadtbranddirektor Andreas Dittlmann regte eine statische Überprüfung des Gebäudes an, weil die Stahlträger im Keller durch die Hitze beschädigt wurden. Die Höhe des Sachschadens wird derzeit auf 100.000 Euro geschätzt.

 
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