Mi, 08. Sep 2010

Nachrichten >> Samstag, 06. März 10

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Mit witzigen Plakaten und ernsten Bußgeldern sollen die Bürger angehalten werden, ihre Stadt sauberer zu halten.
UND WEG DAMIT!

Polizist fordert Aktion für pieksauberes Passau

Passau – Wenn einige wenige immer wieder ihren Dreck hinterlassen, wird es zum Ärgernis für alle: Das ist in einer Wohngemeinschaft nicht anders wie in der guten Stube einer Stadt. Ein Stadtrat schreibt seinen Unmut nun ans Schwarze Brett: Mit der Aktion "Saubere Stadt" will er Schmutzfinken ins Gewissen reden.

Es geht um den Abfall auf Gehwegen und Grünflächen, der eine Stadt schnell schmuddelig erscheinen lässt. Der hektische Mensch und sein "To Go"-Konsum hat das Problem eher verschärft. Der leere Kaffeebecher mit Plastikdeckel, die Schachtel für das Hackfleischbrötchen, das Wickelpapier für den Supersandwich - und weg damit:Schnipp! Hinzu kommen Zigarettenkippen, Kaugummis, aber auch Hundehäufchen.

Stadtrat Siegfried Kapfer entdeckte Kommunen, die mit ihren "Haltet-unsere-Stadt-sauber"-Kampagnen Erfolge verbuchten. Plakate sprechen die Bürger witzig, aber direkt auf das Thema an. Denn Schmutzfinken sind nicht bösartig, nur gedankenlos. Zu bequem, den nächsten Abfalleimer zu suchen, vielleicht auch.

Öffentliche Aufrufe alleine genügen natürlich nicht. Bewährt hat sich der persönliche Kontakt. Wenn diejenigen, die den Schmutz hinterlassen, mit denjenigen konfrontiert werden, welche ihn wegmachen müssen, entsteht Betroffenheit. Das kann nachhaltiger wirken.

Beispiel Sommerfeste auf der Uni-Grillwiese: Die Helfer der Stadtreinigung und der Stadtgärtnerei besuchen die Studenten während der nächtlichen Feier, verteilen Handzettel und sprechen mit ihnen über die Situation: Den Müll, den ihr zurück lässt, müssen wir morgen wegräumen. Es gäbe für uns Wichtigeres zu tun.

Eines haben Studien festgestellt: Je sauberer ein Ort wirkt, umso weniger wird er verschmutzt. Das betrifft Graffitischmierereien genauso wie das achtlose Müll entsorgen. Oder bleiben wir in der Wohngemeinschaft: In einer pieksauberen aufgeräumten Küche wird seltener schmutziges Geschirr abgestellt. Es wandert, auch wenn es einen Handgriff mehr erfordert, mit größerer Wahrscheinlichkeit im Geschirrspüler.

Die Aktion "Saubere Stadt" will Freie-Wähler-Stadtrat Siegfried Kapfer dem Stadtrat vorschlagen. Auf Ordnung legt er von Berufs wegen wert: Er ist Polizist.

 
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